Nördlichstes Ruhrgebiet,

Sandpisten, steile Berge und Wasserlöcher – Allrad 1

Nördlichstes Ruhrgebiet, 13.–16. Mai 2016. Ein Wochenende im Zeichen von Traktion, Differentialsperren und Lagerfeuer. Der praktische Teil der Allradausbildung des Technischen Hilfswerks (THW) Duisburg führte in ungewohntes Terrain. Neben den Ausbildern der Feuerwehr Duisburg mit dabei waren Einsatzkräfte der Ortsverbände Duisburg, Heiligenhaus, Mönchengladbach, Ratingen und Solingen sowie die Feuerwehr der Stadt Velbert und die Stadtwerke Velbert. Die Fachgruppe Logistik Materialversorgung (LogM) aus dem Ortsverband Düsseldorf unterstützte den Lehrgang mit ihrer mobilen Werkstatt.

Foto: THW / Sylvia Kleinrensing

„Ab ins Gelände“ hieß es am Pfingstwochenende für die Teilnehmer des vom THW Duisburg organisierten Allradlehrgangs. Den ersten Teil der Ausbildung hatten alle bereits im letzten Monat erfolgreich hinter sich gebracht als es nun zum Praxiswochenende ging.

Ab Freitagmorgen reisten die ersten Einheiten auf dem Übungsgelände an. Zelt, Feldbetten und Grill wurden aufgebaut, die provisorische Küche eingerichtet, die Stromversorgung per Aggregat sichergestellt, der Kühlanhänger aktiviert, Wassertank befüllt, Feuerholz gesammelt sowie Tische und Bänke aufgestellt. Die restlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten kommen.

Es erfolgten am Abend die ersten vorsichtigen Erkundungen des Gebietes bis es schnell zum gemütlichen Teil am Lagerfeuer überging.
Die Velberter Einheiten vervollständigten die Teilnehmerzahl des Lehrgangs mit ihrer Anreise am Samstagmorgen und brachten zur Freude aller ihren Duschcontainer (AB V-DEKON) mit.

Nach dem ersten gemeinsamen Frühstück ging es los. Es erfolgte eine kurze theoretische Einführung, Erläuterung der Eigenarten des Geländes und ein Ausblick auf das Programm der folgenden Tage. Die Ausbilder teilten währenddessen die Fahrzeuge in drei vergleichbare Gruppen ein und schon war jede Gruppe unterwegs zu ihrer ersten von drei zu durchlaufenden Stationen. Wattiefenbestimmung lautete für alle die erste Aufgabe des Tages. Jedes Fahrzeug wurde untersucht und seine maximale Wattiefe gekennzeichnet bevor es an die Aufgabenstellung der Station ging.

Dort stand das Vertrautmachen mit den ungewohnten Bedingungen und das Erlernen der Grundlagen im Vordergrund. Während die „Spielwiese“ mit viel Platz zum Austesten des Fahrzeugverhaltens in tiefem Sand und unebenem Gelände einlud, folgten am Steilhang sandige Auf- und Abfahrten. Im dritten Teil galt es steile enge Auffahrten zu meistern, die aufgrund von aufgestellten Hindernissen und einer Richtungsänderung auf engstem Raum das Einweisen der Fahrzeuge erforderten.

Unterschiedliche Touren, die gruppenweise durch das Gelände führten brachten den Teilnehmern immer mehr Sicherheit und Vertrauen in die Fahrzeuge und Übung im Umgang mir komplizierten Fahrsituationen. Schwierige Bergfahrten, Nachtfahrten oder das Befreien von steckengebliebenen Fahrzeugen schulten Aufmerksamkeit und Konzentration.
Wie sich die Traktion durch den Reifendruck beeinflussen lässt, erfuhren die Einsatzkräfte als der Luftdruck der Fahrzeuge reduziert und Schneeketten aufgezogen wurden. Selbst die schwächsten Fahrzeuge erfuhren so einen Leistungsschub und kraxelten mit einer Selbstverständlichkeit Berge hinauf, an denen sie vorher gescheitert waren.

Jede Pause, in der die Fahrzeuge gesammelt im Lager standen, nutzten die Helfer der LogM, um erste Reparaturen oder Diagnosen durchzuführen. Trittstufen wurden neu befestigt, Schmutzfänger hoch gehängt, Luftfilter abgedichtet und neu angebaut oder Probleme mit dem Einlegen mancher Sperren gesucht und behoben. Ebenso zum Einsatz kam die mobile Tankstelle, die am Samstagnachmittag die Einsatzfahrzeuge betankte, deren Tankinhalt für den Sonntag nicht ausgereicht hätte.

Mit einer Unterrichtseinheit zum Betrieb von Seilwinden startete der Sonntagmorgen. Die darauf folgenden schwierigen Fahrten machten ihren Einsatz auch nötig.
Das Highlight des Tages waren jedoch die am Nachmittag beginnenden Wasserdurchfahrten.
Durch Erkundung eines jeden Wasserloches wurden die Eigenschaften der Durchfahrten bestimmt und daraufhin erörtert welche Fahrzeuge die Stelle passieren können und worauf dabei zu achten ist. Auch hier kamen jederzeit Einweiser zum Einsatz, die besonders die am Vortag ermittelten Wattiefen der Fahrzeuge nicht aus dem Augen ließen.

Nach der letzten Ausbildungseinheit am Sonntag erfolgte am Abend die Reinigung der Fahrzeuge, Demontage der Ketten und das Auffüllen des Reifendrucks.
Ein letzter gemütlicher Abend mit Lagerfeuer und Grill rundete nach der Abschlussbesprechung das erfolgreiche Ausbildungswochenende ab, bevor am Montagmorgen die Heimreise angetreten wurde.

Die letzten Einheiten waren gegen Mittag zurück in ihren Ortsverbänden und stellten die Einsatzbereitschaft wieder her.
Wir bedanken uns bei allen teilnehmenden Einsatzkräften für das Interesse an unserer Ausbildungsveranstaltung und für die Unterstützung der Ausbilder von der Feuerwehr Duisburg.


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