Düsseldorf,

Großübung zu Bauunfällen in Düsseldorf

Mit 32 Einsatzkräften beteiligte sich das Technische Hilfswerk (THW) an einer Einsatzübung der Feuerwehr Düsseldorf. Der Ortsverband Düsseldorf übernahm mit seinen beiden Bergungsgruppen Abstützmaßnahmen und die Fachgruppe Logistik verpflegte die insgesamt 87 teilnehmenden Einsatzkräfte sowie zahlreiche Übungsbeobachter. Das THW Ratingen brachte mit der Fachgruppe Ortung die Spezialisten für das Auffinden von Vermissten und Verschütteten in Trümmern und Flächen in die Übung ein.

Foto: THW / Daniel Claus

Auf einem Abbruchgelände in Düsseldorf-Bilk bot sich kurzfristig die Möglichkeit eine größere Übung zum Thema „Bauunfall“ unter sehr realistischen Bedingungen durchzuführen. In nur zwei Wochen entwickelte die Feuerwehr Düsseldorf ein Szenario, in dem es an vier verschiedenen Stationen die Rettung von Menschenleben und das Abstützen von Gebäuden zu üben galt. Annahme für das Szenario war ein Teileinsturz des Gebäudekomplexes. An zwei Stationen wurde das THW mit seinen Kompetenzen im Bereich Abstützen und Aussteifen sowie der Ortung von Vermissten eingesetzt.

In dem Szenario für die Bergungsgruppen des THW Düsseldorf galt es zu Beginn der Übung einen Unterzug im Erdgeschoss eines Gebäudeteils abzustützen. Die Annahme für diese Übung: Der Unterzug hat einen Riss und gefährdet somit die Standfähigkeit des Gebäudes. Gemeinsam mit einem Baufachberater der Feuerwehr Düsseldorf sowie einer Statikerin vom Bauaufsichtsamt wurde das genaue Vorgehen abgestimmt: Der Unterzug musste mit vier Stützen abgefangen werden. Dazu nutzten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des THW das Abstützmaterial der Feuerwehr. Während zwei Stützen klassisch aus Kanthölzern gebaut wurden, setzte man für die beiden Weiteren sogenannte PERI-Stützen ein. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Untergeschoss stellte sich heraus, dass sich im 1. Obergeschoss zwei gegenüberliegende Wände nach außen neigten. Die Standsicherheit des Gebäudes war somit immer noch nicht gegeben. Um hier eine Stabilisierung zu erreichen, wurden die Außenwände mittels Stahlstangen (sogenannten Ankerstangen) miteinander verbunden und zusammengezogen. Zur Vermeidung, dass die Wände nun nach Innen kippen, wurden hier ebenfalls PERI-Stützen eingebracht.

Für die Ortungsspezialisten des THW Ratingen lautete der Einsatzauftrag: Suche nach vermissten Personen in den Trümmern und im verbliebenen stehenden Gebäudeteil. Nach einer kurzen Lageeinweisung durch den Abschnittsleiter der Feuerwehr wurde gemeinsam das genaue Vorgehen bestimmt. Es sollte mit einer Suche in den Trümmern begonnen werden. Schon kurz nachdem das erste Rettungshundeteam seine Arbeit aufgenommen hatte, zeigte der Hund eine verschüttete Person an. Zur Verifizierung dieser Anzeige wurde ein weiteres Team eingesetzt und die Rettung konnte durch die Feuerwehr Düsseldorf erfolgen. Mittels Feuerwehrkran wurden dazu im weiteren Verlauf mehrere tonnenschwere Trümmerteile zur Seite geräumt. Der Verschüttete teilte den Rettern mit, dass er gemeinsam mit einem Kollegen in dem Gebäude war. Somit wurde die Suche fortgesetzt. Schnell konnte ein weiterer Vermisster im Kellergeschoss geortet und ebenfalls gerettet werden.
Nach Abschluss der eigentlichen Übung nutzen die Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Ortung die Möglichkeit, die Rettungshunde an Höhe zu gewöhnen. Dazu wurden die Rettungshundeteams im Korb einer Drehleiter der Feuerwehr in luftige Höhen gefahren. Im Anschluss wurden die Tiere mittels Tragegeschirren unter der Drehleiter „abgeseilt“.

Während des gesamten Übungsverlaufs übernahm der Verpflegungstrupp der Düsseldorfer Fachgruppe Logistik die Versorgung der 87 Einsatzkräfte und weiterer Übungsbeobachter. Neben gekühlten Getränken wurden ein reichhaltiges Frühstück sowie ein sehr leckeres Mittagessen geboten.

Fazit nach der Übung: Motivierte Einsatzkräfte haben ohne große Probleme die gestellten Herausforderungen gemeistert. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen verlief reibungslos.


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